DGUV Information 209-093 · Serienfahrzeuge

HV-Schulung Stufe 2S
Fachkundige Person HV

Ab 699 €
pro Person
zzgl. MwSt.

Die HV-Schulung Stufe 2S qualifiziert zur Fachkundigen Person HV (FHV) für Serienfahrzeuge nach DGUV Information 209-093. Absolvent·innen dürfen selbstständig HV-Fahrzeuge freischalten, die Spannungsfreiheit feststellen und im spannungsfreien Zustand an HV-Systemen arbeiten – die Grundvoraussetzung für jede professionelle HV-Werkstatt.

16–80
Unterrichtseinheiten (à 45 Min., je Einstiegsweg)
≥ 8
UE Praxisanteil
2–10
Tage Schulungsdauer
Ab 699 €
pro Person zzgl. MwSt.

Für wen ist die Stufe 2S?

Die HV-Schulung Stufe 2S richtet sich an alle Fachkräfte, die eigenverantwortlich an Hochvolt-Serienfahrzeugen arbeiten oder diese freischalten müssen.

Kfz-Mechatroniker
Werkstattfachkräfte, die HV-Fahrzeuge warten, reparieren oder umbauen
Werkstattleiter
Führungspersonen, die das Freischalten eigenverantwortlich übernehmen oder FuP beaufsichtigen
Betriebselektriker
Elektrofachkräfte mit Tätigkeiten an Fahrzeug-HV-Systemen im Produktionsbetrieb
Flottenbetreiber
Technisches Personal bei Leasinggesellschaften, Fuhrparkbetrieben und Flottenrücknahme
Recycling & Demontage
Fachkräfte in Demontagebetrieben, die HV-Batterien entnehmen oder entladen
Servicetechniker
Außendienstmitarbeiter von OEM und Tier-1/2-Zulieferern mit Fahrzeugkontakt

Was vermittelt die Stufe 2S?

Die Schulungsinhalte basieren vollständig auf DGUV Information 209-093. Verbindlich ist ein Praxisanteil von mindestens 8 UE in jedem Einstiegsweg – der Theorieumfang richtet sich nach Ihren elektrotechnischen Vorkenntnissen und reicht von 8 UE (Einstieg B) bis 72 UE (Einstieg A, siehe „Wer kann teilnehmen?“).

⚡ Theorieteil – 8 bis 72 UE je Einstiegsweg

  • Grundlagen der Elektrotechnik und HV-Systemtechnik
  • Aufbau und Funktion: Traktionsbatterie, Inverter, E-Maschine, Ladesystem
  • Gefahren durch elektrischen Strom ab 60 V DC / 30 V AC
  • Schutzkonzepte und Fahrzeugsicherheitssystem (ISOSPI, BMS)
  • Die 5 Sicherheitsregeln nach DGUV Vorschrift 3
  • Freischalten und Sichern gegen Wiedereinschalten (fahrzeugspezifisch)
  • Persönliche Schutzausrüstung (PSA): Klasse 0, VDE-Werkzeug, Messgeräte CAT III
  • Rechtliche Grundlagen: ArbSchG, TRBS, DGUV Vorschrift 3, DGUV Information 209-093
  • Gefährdungsbeurteilung und Dokumentationspflichten

🛠 Praxisteil – mind. 8 UE

  • Anlegen und Prüfen der persönlichen Schutzausrüstung
  • Fahrzeugspezifisches Freischalten am realen HV-Fahrzeug
  • Spannungsfreiheitsmessung mit CAT-III-Messgeräten (Mehrpunktmessung)
  • Sichern gegen Wiedereinschalten (Verriegelung, Kennzeichnung)
  • Abschlusstest: Mündliche und/oder schriftliche Lernzielkontrolle
Hinweis: Der Praxisteil erfordert Präsenz – er kann nicht remote durchgeführt werden. Der Theorieteil kann auf Anfrage hybrid/online erfolgen.
Stufe 1S/1E ist keine Voraussetzung

Stufe 2S und Stufe 1S/1E sind zwei unabhängige Qualifizierungswege nach DGUV 209-093 – kein Aufbausystem. Wer die elektrotechnische Vorbildung mitbringt, steigt direkt bei Stufe 2S ein. Stufe 1S/1E vorher zu absolvieren ist weder nötig noch sinnvoll.

Wer kann teilnehmen?

Die DGUV Information 209-093 definiert für Stufe 2S drei Einstiegswege (A–C). Maßgeblich sind Ihre vorhandenen elektrotechnischen Kenntnisse – nicht Ihre Berufsbezeichnung.

Einstiegswege A–C

  • Einstieg A – ohne elektrotechnische Vorkenntnisse, mit technischer Ausbildung: mind. 80 UE (davon ≥ 8 UE Praxis)
  • Einstieg B – mit elektrotechnischen Vorkenntnissen im Fahrzeugbereich (z. B. Kfz-Elektrik, -Mechatronik, -Mechanik): mind. 16 UE (davon ≥ 8 UE Praxis)
  • Einstieg C – mit theoretischen elektrotechnischen Kenntnissen: Umfang individuell, mind. 8 UE Praxis
Bereits qualifiziert ohne Schulung: Kfz-Mechatroniker·innen nach der Ausbildungsordnung von 2013 besitzen die Fachkunde nach Stufe 2S automatisch. Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker·innen (Ausbildungsordnung 2014) erreichen sie nach einer einwöchigen überbetrieblichen Zusatzausbildung mit bestandener Sachkundeprüfung „Hochvolttechnik“.
Serienfahrzeuge nach SoP: Die Stufe 2S gilt ausschließlich für Fahrzeuge in der Serie (nach Start of Production). Für Prototypen, Entwicklungs- und Vorserienfahrzeuge ist die Stufe 2E erforderlich.

Nach der HV-Schulung dürfen Sie:

  • Selbstständig HV-Fahrzeuge freischalten und sichern
  • Spannungsfreiheit eigenverantwortlich feststellen und dokumentieren
  • Im spannungsfreien Zustand an HV-Systemen und -Komponenten arbeiten
  • Fachkundige Unterweisung für das Unterstützen qualifizierter Personen (FuP) übernehmen
  • FuP (Stufe 1S) beaufsichtigen und anleiten
  • Gefährdungsbeurteilungen für HV-Arbeiten erstellen und freigeben

Wie läuft die Stufe-2S-Schulung ab?

Der zeitliche Umfang hängt vom Einstiegsweg ab: Mit elektrotechnischen Vorkenntnissen im Fahrzeugbereich (Einstieg B) genügen 16 Unterrichtseinheiten auf 2 Schulungstage. Ohne elektrotechnische Vorkenntnisse (Einstieg A) sind mindestens 80 UE auf rund 10 Schulungstage erforderlich – der Praxisteil bleibt dabei unverändert bei mind. 8 UE, lediglich der Theorieteil verlängert sich entsprechend. Die Schulung findet als Inhouse-Veranstaltung direkt in Ihrem Betrieb statt. Beispielablauf für Einstieg B:

TAG 1 · THEORIE

Theoretische Grundlagen

mind. 8 Unterrichtseinheiten (Einstieg B; ohne E-Vorkenntnisse bis zu 72 UE)

  • Begrüßung, Vorstellungsrunde, Tagesablauf
  • Elektrotechnische Grundlagen und HV-Systemkunde
  • Gefahren elektrischer Energie – Körperdurchströmung, Lichtbogen
  • Schutzkonzepte, Fahrzeugsicherheitssystem, IPBS/BMS
  • Die 5 Sicherheitsregeln: Freischalten, Sperren, Feststellen
  • PSA-Anforderungen und Auswahl geeigneter Messgeräte
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und Dokumentationspflichten
  • Prüfungsvorbereitung und offene Fragen
TAG 2 · PRAXIS + PRÜFUNG

Praxisübungen & Abschlusstest

mind. 8 Unterrichtseinheiten

  • Kurze Wiederholung der Theorieeinheit
  • PSA anlegen – praktische Übung und gegenseitige Prüfung
  • Fahrzeugspezifisches Freischalten am realen HV-Fahrzeug
  • Mehrpunkt-Spannungsfreiheitsmessung mit CAT-III-Gerät
  • Sichern und Kennzeichnen gegen Wiedereinschalten
  • Lernzielkontrolle (schriftlich/mündlich)
  • Ausgabe der Teilnehmerzertifikate
Inhouse-Schulung: Wir kommen zu Ihnen – bundesweit. Sie stellen einen geeigneten Schulungsraum und idealerweise ein HV-Fahrzeug für den Praxisteil. Wir bringen alle Schulungsunterlagen, PSA und Messgeräte mit.

Teilnehmerzertifikat nach Stufe 2S

Nach bestandener Lernzielkontrolle erhalten alle Teilnehmer·innen ein personalisiertes Zertifikat gemäß DGUV Information 209-093.

Das Zertifikat dokumentiert:

👤
Name und Qualifikationsstufe des Teilnehmers
📋
Schulungsinhalte gemäß DGUV Information 209-093, Stufe 2S
⏱
Schulungsdauer (16–80 UE je Einstiegsweg, davon ≥ 8 UE Praxis)
🗓
Schulungsdatum und Gültigkeitsdauer (3 Jahre empfohlen)
✍️
Unterschrift des qualifizierten Trainers (Elektrofachkraft HV)
🏢
Durchführender Schulungsanbieter: Hochvolt-Experten

Das Teilnehmerzertifikat ist kein staatlich anerkannter Abschluss und wird von der DGUV selbst nicht ausgestellt. Es ist ein Qualifikationsnachweis gemäß den Anforderungen der DGUV Information 209-093, den Arbeitgeber und Berufsgenossenschaften im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung anerkennen. Für die formale Bestellung zur FHV ist der Arbeitgeber zuständig.

Wann muss die Qualifikation aufgefrischt werden?

Die DGUV stellt in ihrer offiziellen FAQ klar: Eine neue Schulung ist nicht automatisch erforderlich – die Qualifikation muss jedoch aktuell gehalten werden. Laut DGUV FAQ (Kap. 4.26) ist eine Auffrischung erforderlich bei:

  • Einführung neuer Fahrzeugtypen oder HV-Technologien (z.B. Feststoffbatterien)
  • Aktualisierung relevanter Normen oder Vorschriften
  • Neuen HV-Komponenten oder -Werkzeugen im Betrieb
  • Mehr als 12 Monaten ohne aktive HV-Tätigkeit

Unabhängig davon bleibt die jährliche Unterweisung nach DGUV Vorschrift 1 Pflicht. Zur jährlichen Unterweisung →

FAQ zur HV-Schulung Stufe 2S

Was kostet die HV-Schulung Stufe 2S?
Ab 699 € pro Person zzgl. MwSt. Bei Inhouse-Gruppen ab 4 Personen fragen Sie uns nach einem individuellen Angebot – je nach Teilnehmerzahl und Standort kann der Preis pro Person günstiger ausfallen als bei externen Kursanbietern.
Wie lange dauert die Stufe-2S-Schulung?
Das hängt vom Einstiegsweg ab: Mit elektrotechnischen Vorkenntnissen im Fahrzeugbereich (Einstieg B) sind 16 Unterrichtseinheiten (je 45 Minuten) auf 2 Tage ausreichend. Ohne elektrotechnische Vorkenntnisse (Einstieg A) sind mindestens 80 UE auf rund 10 Tage erforderlich. In beiden Fällen sind mindestens 8 UE Praxis am Fahrzeug Pflicht. Der Theorieteil kann auf Anfrage auch als Remote-Einheit vorab durchgeführt werden.
Kann ich Stufe 1S überspringen und direkt Stufe 2S machen?
Ja – Stufe 1S ist keine Pflichtvoraussetzung für Stufe 2S. Mit elektrotechnischen Vorkenntnissen im Fahrzeugbereich (Einstieg B) oder als bereits automatisch qualifizierte·r Kfz-Mechatroniker·in (Ausbildung ab 2013) können Sie direkt in Stufe 2S einsteigen. Ohne Vorkenntnisse ist der Einstieg ebenfalls möglich (Einstieg A), erfordert aber einen höheren Schulungsumfang (mind. 80 UE).
Was ist der Unterschied zwischen Stufe 2S und Stufe 2E?
Stufe 2S gilt für Serienfahrzeuge nach SoP (Start of Production) – also alle marktgängigen Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Stufe 2E ist für Prototypen, Vorserien- und Entwicklungsfahrzeuge vorgesehen, bei denen keine standardisierten Sicherheitskonzepte vorausgesetzt werden können. Wer ausschließlich mit Serienfahrzeugen arbeitet, benötigt keine Stufe 2E.
Wie oft muss die Stufe-2S-Qualifikation erneuert werden?
Die DGUV Information 209-093 empfiehlt eine Auffrischungsschulung spätestens nach 3 Jahren sowie nach mehr als 12 Monaten Unterbrechung des HV-Kontakts. Viele Berufsgenossenschaften und Arbeitgeber verlangen zusätzlich eine jährliche Unterweisung.
Bekomme ich nach der Schulung ein Zertifikat?
Ja – nach bestandener Lernzielkontrolle erhalten alle Teilnehmer·innen ein personalisiertes Teilnehmerzertifikat gemäß DGUV Information 209-093. Das Zertifikat weist die Qualifikation als Fachkundige Person HV (FHV) Stufe 2S für Serienfahrzeuge nach und wird digital ausgestellt. Die formale Bestellung zur FHV im Betrieb ist Aufgabe des Arbeitgebers.

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